Geballte Faust zeigt Erfolg

Erfolg – Was ist das überhaupt?

Was ist überhaupt Erfolg?

Der Begriff Erfolg ist so vielseitig, wie das Leben selbst. Erfolg ist grundsätzlich und ganz einfach formuliert das Erreichen von Zielen. Diese Ziele können selbst gesteckt sein, aber auch, wie im Schul- oder Berufsalltag, vorgegeben sein. Gerade in den beiden letzteren Bereichen ist der Erfolg nicht nur messbar, sondern wir selbst werden von außen daran gemessen. Schulnoten sind das erste Zeichen von Erfolg oder Misserfolg, das wir so zu sagen amtlich attestiert bekommen. Im späteren Berufsleben ist das Erfüllen von Aufgaben ein Erfolgskriterium, wonach unsere Vorgesetzten uns beurteilen. Selbst gesteckte Ziele hingegen sind unser ganz persönliches Erfolgskriterium. Nicht selten sind die Auswirkungen bei der Erfüllung dieser persönlichen Ziele emotional weitaus folgenschwerer als beispielsweise eine entsprechende Schulnote. Erfolg kann aber auch sein, in einem wichtigen Moment im Leben die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Warum sehnt man sich nach Erfolg?

Das eigene Streben dient im Allgemeinen einem ganz bestimmten Zweck. Wird dieser Zweck erfüllt, ist das nicht nur ein Erfolg im technischen Sinne, sondern wir fühlen uns für unser Handeln belohnt. Der Erhalt dieser Belohnung ist ein emotional sehr wichtiges Erlebnis, denn wir erfahren eine Form der Bestätigung. Neben dieser Bestätigung versuchen die meisten Menschen abhängig davon, wie ausgeprägt ihr Ehrgeiz ist, sich im Wettbewerb mit Mitmenschen zu positionieren. Das Streben nach Bestleistungen geht einher mit dem Vergleich zu möglichen Mitkonkurrenten. Aber auch Menschen mit geringem Ehrgeiz werden unbewusst von dem Streben nach dieser Belohnung getrieben. Fehlen Ehrgeiz und selbst gesteckte Ziele gänzlich, so fehlt uns auch der komplette Antrieb eine Aufgabe anzugehen. Das Erleben von Erfolg ist für unsere Schaffenskraft also von elementarer Bedeutung. Nur wer genügend Erfolge verzeichnen kann, ist in der Lage gut gelaunt und vor allem aber hoffnungsvoll eine Aufgabe anzugehen. So, wie ein angestrebter Sieg mehr Energie freisetzt, als die Erwartung einer Niederlage, ist der Erfolg auch wichtig für unser Selbstbewusstsein. Mit dem Selbstbewusstsein, das der Erfolg uns gibt, gehen wir kommende Aufgaben entsprechend gelassener an, was das Gelingen eher begünstigt als die Angst vor einem möglichen Scheitern. Dies gipfelt bestenfalls in einer Art positivem Kreislauf. Fehlt dieser Erfolg, kann die Entwicklung daher leider auch in die entgegengesetzte Richtung verlaufen. Es ist daher enorm wichtig, sich Ziele zu setzen, die realistisch sind und auch aus eigener Kraft zu erreichen sind. Ziele, die eindeutig als zu hoch gesteckt sind, sind daher zu vermeiden weil sie kontraproduktiv sind.

Welche Arten von Erfolgen gibt es?

Das Schöne am Erfolg ist, dass er uns in allen Lebensbereichen begegnen kann. Somit haben wir die Möglichkeit, unser Selbstwertgefühl im Falle eines Misserfolges in einem Lebensbereich durch einen Erfolg in einem anderen zu kompensieren. Neben dem bereits erwähnten schulischen oder beruflichen Erfolg spielt für viele Menschen auch der sportliche Erfolg eine große Rolle. Dabei kann der Sport Erfolge auf zwei ganz unterschiedliche Arten bieten: Neben dem Absolvieren einer ganz bestimmten persönlichen Leistung ist es oft auch der gemeinschaftliche Erfolg, den wir genießen. Aber nicht nur das so oft zitierte höher, schneller und weiter bedeutet sportlichen Erfolg. Wer Teil einer

Mannschaft ist, der erlebt Erfolg oftmals sogar im Falle einer Niederlage. Der Erfolg bedeutet hier vielleicht, als Mannschaft geschlossen aufgetreten zu sein und trotz der Niederlage als Einheit zusammengerückt zu sein. Es ist daher nicht immer das faktisch messbare Ergebnis, das einen Erfolg ausmachen kann. Mitunter ist es das Gefühl, als Gruppe eng zusammen zu stehen, oder als einzelner in der Gemeinschaft akzeptiert, gemocht und geachtet zu sein, ohne durch eine herausragende Leistung geglänzt zu haben. Erfolg ist in der Vielzahl der Fälle eine rein emotionale Sache, die möglicherweise rein objektiv betrachtet nicht als solcher zu bezeichnen ist. Vor diesem Hintergrund nehmen wir einen Erfolg manchmal auch erst viel später und erst rückblickend wahr. Wer einmal eine persönliche Talsohle durchschritten hat, der hat vielleicht die Erkenntnis gewonnen, daß diese Zeit der Entbehrung, wie auch immer diese auch geartet gewesen sein mag, Erfahrungen gebracht hat, ohne die der derzeitige Lebensweg vielleicht gar nicht erst möglich geworden wäre. Dieser Erfolg liegt dann in der Tatsache begründet, nicht resigniert zu haben, und unbeirrt seinen Weg weiter gegangen zu sein.

Ein etwas anderes Erfolgserlebnis

Mein ganz persönliches Erfolgserlebnis ist ein solches subjektives, weil nicht messbares Erlebnis. Vor etlichen Jahren gab es in unserem Ort eine Typisierung-Aktion für die Deutsche Knochenmarks Gesellschaft DKMS. Anlass war ein ganz konkreter Fall. Obwohl ich in diesem Fall nicht als Spender in Frage gekommen war, sollte es Jahre später dazu kommen. Damals erreichte mich ein entsprechendes Schreiben, dass ich als Spende möglicherweise in Frage käme. Zu diesem Zweck sollten, nachdem ich meine Bereitschaft entsprechend bestätigt hatte, diverse Untersuchungen vorgenommen werden, die meine Eignung für diesen Eingriff sicherstellen sollten. Diese brachten dann auch das erhoffte Ergebnis und so durfte ich mich einige Wochen später in der Entnahmeklinik einfinden. Nach der Aufnahme in der Klinik begegnete ich Menschen, die ganz offensichtlich vom schweren Schicksalsschlag der Leukämie getroffen waren.

Menschen im gleichen Alter in dem ich damals war, sahen von dieser Krankheit schwer gezeichnet aus. Abends durfte ich dann die Station nicht mehr verlassen. Ich ging über den Flur und sah hinter einer Glasscheibe einen kleinen Jungen. Dieser war offensichtlich auch erkrankt und befand sich auf einer Art Isolier-Station, wo er vor gefährlichen Krankheitserregern, die seinen Tod hätten bedeuten können, geschützt werden sollte. Dieser kleine Junge weinte ganz entsetzlich, weil seine Mutter eben erst gegangen war. Das Leid dieses kleinen Jungen hat mich so sehr erfasst, dass mir selbst die Tränen kamen. Der Eingriff selbst war dann weniger dramatisch, da ich mich seinerzeit in einem ausgezeichneten gesundheitlichen Zustand befand und mit Ende 20 auch das absolut passende Alter hatte. Ich weiß bis heute nicht, ob meine eigene Spende bei dem Menschen, der seinerzeit als Empfänger vorgesehen war, geholfen hat, oder nicht. Aber immer, wenn ich an dieses Erlebnis zurück denke, habe ich das gute Gefühl, an diesem Tage das Richtige getan zu haben. Ich denke dann ganz konkret an den kleinen Jungen, der so entsetzlich nach seiner Mama geweint hat.

Erfolg ist sehr individuell

Neben den objektiv messbaren Erfolgen gibt es auch solche, die eng mit der jeweiligen Lebenssituation, aber auch mit der Lebenseinstellung verknüpft sind. Diese ganz persönliche Situation ist logischerweise auch die Quelle der jeweiligen, ganz persönlichen Zielsetzungen. Daher kann man Erfolg auch nicht miteinander vergleichen. Das ist auch gut so, denn auch wenn wir uns in einem permanenten Wettbewerb befinden, um Idealen möglichst nahe zu kommen, so haben wir immer noch die Chance, Erfolg da zu empfinden, wo nur wir selbst es sehen können. Erfolg hat daher auch sehr viel mit Zufriedenheit zu tun. Wer nach Unerreichbarem strebt, wird weniger Erfolg haben als jemand, der sich deutlich kleinere Ziele setzt, diese jedoch in der Mehrheit der Fälle zu erreichen in der Lage ist. Es kommt beim Erfolg daher wie in vielen Bereichen des Lebens oft auch auf ein gesundes Maß an Realismus an.

Empfehlenswert ist dieser Film (Das Streben nach Glück), welcher die Faktoren von Erfolg komplett beinhaltet.

About Madeleine

- Weiblich - 48 Jahre - Sportbegeistert - Ziele immer vor Augen